(13) Goodbye Marokko, Hello Mauritania!

22.4. 2018 Südmarokko/Niemandsland

Um 5.30 klingelt für Inge der Wecker. Schnell springt sie aus dem Bett und zum Bus, um für alle Kaffee zu kochen. Der Tag beginnt uns viel zu früh und die müden Gesichter der Crew sprechen Bände. Zu allem Übel ist die Wäsche über Nacht nicht getrocknet. Schnell packt Rene die Kleidungsstücke in zwei Säcke. Es bleibt nicht einmal Zeit, die Socken von den T-Shirts zu trennen.

Also spannen wir Schnüre zwischen dem Gestänge des Busses und bald schon sieht der Bus aus wie eine fahrende Wäscherei. Oder das Wohnmobil der Kelly- Family.

Wäschebus

Während sich Willi ans Steuer setzt, schenkt Inge den Kaffee aus und wir essen frischen Schokoladekuchen, den uns die Herbergsbesitzerin mitgegeben hat. Die Abfahrt gelingt pünktlich, was notwendig für das erreichen der Grenze zu Mauretanien ist. Durch unsere Erfahrungen am Zoll von Tanger Med möchten wir frühzeitig dort sein. Doch ob der Zoll am Sonntag offen ist, wissen wir nicht. Wir hoffen, heute noch bis zur Stadt Nouadhibou zu kommen. Im schlimmsten Fall gibt es ein Hotel 90 Kilometer vor der Grenze und wir müssen auf Montag warten.

Morgenstrasse

Nachdem wir heute so früh aufgestanden sind, ist die Luft sehr dünn im Wüstenschiff. Die Hitze macht es auch nicht besser. Was wäre aber ein Crew, wenn wir nicht achtsam miteinander umgehen würden. Vorsichtig lassen wir uns also in Ruhe und wer kann, sucht sich ein Plätzchen, um ein wenig nachzuschlafen.

Die Straßen sind zu großen Teilen leergefegt und die Landschaft zieht an uns vorbei. Ruhig wiegt sich die Wäsche hin und her, bis der Bus stehen bleibt. Jetzt kommt Lukas‘ Stunde! Zielstrebig geht er den Gang entlang zur Fahrerkabine und nimmt Platz. Er dreht den Zündschlüssel um und … fährt. Sehr gut schifft der Jungkapitän durch die Wüste. Dass er erst kurz vor der Reise den LKW-Führerschein gemacht hat, merkt man ihm nicht an. Und seinem Fahrstil auch nicht.

Nach ein paar Stunden Fahrt, nähern wir uns dem Grenzübergang zur Ausreise aus Marokko. Wir fahren mit dem Bus in den Scanner, der wie eine übergroße Garage aussieht. Dort gleitet ein Balken langsam über den Bus. Nach 20 Minuten haben wir einen weiteren Stempel in unserem Pass und einen Zollbeamten kennengelernt, der eigentlich Grafikdesigner ist und gut Englisch spricht. Er erklärt uns, dass Hamdala nicht nur „satt“ bedeutet, sondern prinzipiell immer angewendet werden kann, wenn etwas – endlich – zu Ende geht. Er lacht und gibt uns gleich ein praktisches Beispiel: „Hamdala, ihr habt den Zoll überstanden“. Die Ausreise aus Marokko gestaltete sich – im Gegenteil zur Einreise – erstaunlich schnell: Eine knappe halbe Stunde an Formalitäten und eine Flasche Traubensaft an Bakshish! Wir können es kaum glauben.

Doch noch sind wir nicht in Mauretanien. Vor uns liegt ein Streifen Niemandsland, in dem der Tauschhandel blüht, wie man uns sagt. Vor allem mit Alkohol, dessen Einfuhr in Mauretanien verboten ist. Hier sollen wir unseren Kontaktmann treffen, den wir über Jiri (Intercontinental Ralley) vermittelt bekommen haben. Vorsichtig setzt sich unser Bus in Bewegung, denn hier im Niemandsland gibt es keine geteerte Straße, sondern nur noch Sand.

DSC_3558 autos

Niemandsland TVs

 

 

 

 

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