(11) Boujdour – Oder die Suche nach dem passenden Ersatzteil

20.4. 2018, Südmarokko

20 Frühstück Boujdour

Bereits um 8.00 morgens besprechen wir beim Frühstück die Lage des Wüstenschiffs: Ersatzteil finden, zum Bus fahren und das Wüstenschiff in Gang bringen.

Ibrahim und Khado kommen, um uns zu helfen. Die Situation ist skurril: Ibrahim und Nika fungieren als Übersetzer, denn beide sprechen Spanisch. Arabisch, Französisch, Englisch, Deutsch und Spanisch wird kreuz und quer – mal mehr, mal weniger in die Kommunikation eingebaut.  Hauptsache ist, wir verstehen uns.

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So klappern Rene, Lukas, Ibrahim, Khado und Nika die unterschiedlichsten Werkstätten ab, um das passende Ersatzteil zu finden.

mechanikerschild

Das ist gar nicht so leicht! Ibrahim lacht und meint, wenn wir Glück haben, sind ein paar Werkstätten um diese Zeit geöffnet. Denn: Die Leute hier schlafen um diese Zeit noch. Verständlich, da sich das Leben hier viel mehr in der Nacht abspielt.

Unermüdlich fahren uns die beiden von einer Werkstatt zur nächsten und Rene und Lukas toben sich bei den Ersatzteilen aus. Die marokkanischen Mechaniker freuen sich über den Besuch aus Österreich.

teilsuchen

Eine spezialisierte Werkstatt für LKWs oder Busse gibt es in Boujdour leider nicht. Dennoch werden wir fündig. Bewaffnet mit 3 unterschiedlichen Leitungen, die vor Ort noch in Form gebogen werden, fahren Willi, Lukas und Rene mit unseren marokkanischen Helfern zum Bus.

Andi, Philip, Inge und Nika warten und organisieren die Reise um: Heute Nacht bleiben wir noch in Boujdour. Morgen geht es nach Ad Dhakla und dann versuchen wir, über die Grenze nach Mauretanien zu kommen.

Gerade ist Inge ins Zimmer gekommen, mit einer frohen Botschaft: Der Bus ist da!!! Also, auf zu unserem Wüstenschiff und den fleißigen Mechanikern.

2000 bar – oder wie man einen Bus in der Wüste repariert

Wir sitzen gemeinsam in unserem Wüstenschiff und lassen uns erzählen, was Lukas, Willi und Rene zu berichten haben. Schwierig war es, meint Rene. Das Corpus Delicti, eine Leitung aus massivem Metall, musste eingebaut werden.

21 Leitung

Schwierigkeiten ergaben sich, da das Ersatzteil länger als das Originalteil war. So musste es vor Ort am Motor angeschlossen und dann mit der Hand gebogen werden. Durch seine Überlänge brauchte es mehr Platz, durfte aber nirgends ankommen, um nicht wieder zu schnell kaputt zu gehen. Vor allem das Biegen sei eine heikle Angelegenheit. Rene hat trotzdem Zeit für Humor und kramt die Bedienungsanleitung hervor. Demonstrativ sucht er und sagt dann: „Hm, also einen Unterpunkt zu in der Wüste hab ich nicht gefunden.“ Wir lachen und freuen uns, dass die Reparatur – wenn auch unter schwierigen Bedingungen – geklappt hat.

01 Bus Hotel

Kurz nach dem Abendessen gehen wir auf den Markt um die Ecke. In der Dunkelheit berauscht uns die fremdartige Kultur stärker: Faszinierend!

02 marche

 

Dann ruft Khado an. Sie möchte sich von uns verabschieden und hat ihre Cousine dabei, die Englisch spricht. Wir vereinbaren einen Treffpunkt im Café. Wenig später tauchen die beiden Frauen auch schon auf. Mit strahlenden Gesichtern umarmt uns Khado. Geheimnisvoll meint sie, sie habe uns etwas mitgebracht und zieht mehrere Tüten aus ihrer Tasche.

Dann überreicht sie jedem von uns traditionelle Tücher. „So, wie wir Menschen der Wüste sie tragen“. Unser Männer erhalten je einen Schal, der sich auch um den Kopf wickeln lässt. Inge und Nika hingegen erhalten ein langes Tuch. Dreimal um den Körper geschlungen und einmal um die Schulter geworfen – fertig ist das Kleidungsstück. „Es hält die Sonne fern und schützt vor dem Wüstenwind,“ erklärt mir Khado. Wir halten diese Momente mit einem Gruppenfoto fest. Dann heißt es Abschied nehmen. Wir umarmen uns und hoffen, uns irgendwann wiederzusehen. In shaa allah, meine Lieben, In shaa allah.

Ein Kommentar zu „(11) Boujdour – Oder die Suche nach dem passenden Ersatzteil

  1. ich drück euch ganz fest die Daumen für die Mauretanien-Durchfahrt.
    Achtet auf die wunderschönen Boubous der Mauretanier: die sind aus Getzner-Damast.
    Getzner (Lustenau) ist übrigens das Zauberwort, wenn ihr erklären wollt, das ihr aus Österreich kommt.

    Liken

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